Foto: Standortagentur Tirol

Kooperieren

Karoline Obitzhofer von der METASYS Medizintechnik GmbH berichtet beim Partnertreffen der Tiroler Cluster im Juni 2015 von Aktivitäten - und trifft auf ebenso gesprächige Forscher.

Innovation durch Kooperation

„Der isolierte Mensch kommt nicht ans Ziel“, das wusste schon Goethe. In Tirol wissen das erst recht: die Unternehmen. Besonders die Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen ist aus dem betrieblichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Voraussetzungen dafür sind im Land ja auch ausgezeichnet. Nicht nur, dass die Unis und Fachhochschulen für ihre exzellente Forschung bekannt sind, noch dazu sind deren Forscher gesprächig, die Wege im zwischen den Partnern sind kurz und die Politik fördert gemeinsame F&E-Projekte von Wirtschaft und Wissenschaft mit attraktiven Zuschüssen.

Die höchsten Zuschüsse gibt es für sogenannte Kompetenzzentren. Beim Flaggschiff der Kooperationsförderung bearbeiten Konsortien von Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen zentrale Fragen der angewandten Forschung in mehrjährigen Projekten gemeinsam. Bei sogenannten Bundeskompetenzzentren im COMET-Programm kommt die Unterstützung von Bund und Land Tirol gemeinsam, im Programm K-Regio – maßgeschneidert für den Bedarf von Klein- und Mittelbetrieben – fördert das Land Tirol allein. Insgesamt sind Tiroler Unternehmen an 25 nationalen beziehungsweise regionalen Kompetenzzentren beteiligt.

Fangen wir bei den Großen an oder „Let’s talk big“: Das K2-Zentrum Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische Aushängeschild im Bereich der industriellen Biotechnologie. Der Zusammenschluss von derzeit sieben Universitäten und 27 Projektpartnern (u.a. Sandoz, Biocrates Life Sciences und Ionimed aus Tirol bzw. BASF, Boehringer Ingelheim RCV etc.) beschäftigt an den Standorten Graz, Wien und Tirol über 150 Forscher und setzt im Jahr rund 12 Millionen Euro an Projektvolumen um. Bis Ende 2014 waren das insgesamt 60 Millionen Euro. Eine davon steuerte das Land Tirol bei, 6,2 Millionen Euro kamen allein bis dahin von drei Tiroler Unternehmen. Sandoz als größter Tiroler Unternehmenspartner ist mit Chemie und Biopharma in alle acib-Themenbereiche involviert. Für den Leiter der weltweiten Entwicklung von Biopharmazeutika, Dr. Jörg Windisch, ist das acib „die erfolgreichste Zusammenarbeit zwischen Industrie und Universitäten für unsere Geschäftseinheit bisher“. Auch, weil die im acib entwickelten Technologien auf hohe Produktivität und Effizienz abzielen. Eine davon stammt von Ionimed, einem Spin-off der Uni Innsbruck. Dazu Geschäftsführer Univ.-Prof. Armin Hansel: „Im acib-Konsortium konnten wir unsere Technologie adaptieren und anwenden. Zum Beispiel mit der Entwicklung eines Sensors zur 'Atemluftmessung' bei Bakterien und Hefen.“

Wie Cicero der Meinung, dass alle Dinge aus kleinem Anfang entspringen? Dann schauen wir uns doch ein Forschungsprojekt im Landesprogramm K-Regio an. Das Tiroler Unternehmen Physiotherm betreibt so eines und entwickelte gemeinsam mit zwei weiteren Unternehmen sowie der UMIT Hall und der Medizinischen Universität Innsbruck eine Überdruckkammer mit kombinierter Niedertemperatur-Infrarottechnologie. Die Kombination von Wärme und Druck zur medizinischen Behandlung macht diese „Hyperbare Infrarotkabine“ zum weltweit ersten Gerät dieser Art auf dem Markt und wird zur Behandlung von Krankheiten im Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen und bronchialen Krankheiten zum Einsatz kommen. „Künftig wollen wir nicht nur am Wellness-, sondern auch am Medizinproduktemarkt mitmischen und dort langfristig ca. 10% unseres Umsatzes erzielen. Für dieses Unternehmenswachstum brauchen wir ein absolutes Top-Produkt, das wir mit der ‚Hyperbaren Infrarotkabine‘ entwickeln. Und für dieses Top-Produkt die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft“, berichtet Ing. Josef Gunsch, Geschäftsführer der Physiotherm.

Zurück zu den „gesprächigen“ Forschern. Die braucht es für solche Kooperationen. In Tirol berichten sie auf den Kommunikationsplattformen der Tiroler Cluster regelmäßig von ihren Forschungsergebnissen, sodass Unternehmen deren Relevanz für die Wirtschaft prüfen können. Schließlich werden die Tiroler Cluster in den Fachbereichen Erneuerbare Energien, IT, Life Sciences, Mechatronik und Wellness als Kooperationsdrehscheiben geführt. Und dass sie das auch sind, lässt sich leicht belegen:

Allein im Jahr 2014 konnten alle Clustermanagements gemeinsam 110 laufende oder geplante Kooperationen ihrer Mitglieder beraten. Was auch dazu führt, dass im selben Jahr 40 Prozent der beim Land Tirol zur Forschungs-, Technologie- oder Innovationsförderung eingereichten Projekte von Clustermitgliedern kommen oder ein solches im Konsortium haben; die führenden Partner aller Tiroler K-Regios aus den Clustern kommen; und innerhalb dieser auch branchenübergreifend gearbeitet wird. Schließlich brauchen zentrale Innovationsthemen Kooperationen quer zu traditionellen Branchen. Deshalb hat Josef Gunsch in seinem Verbund ein Designstudio mit an Bord, das K-Regio KryoTipkatheter (mehr Infos hier) rund um das Unternehmen AFreeze bindet mit Micado ein Cluster Mechatronik Tirol-Mitglied ein und die Ergospect im K-Regio Diagnostic Pedal Cardio auch mit dem IT-Spezialisten Infpro IT Solutions kooperiert.

Beste Aussichten also fürs Kooperieren in Tirol. Dass dieses tatsächlich zum Erfolg führt, belegen diese Zahlen. Im Jahr 2013 ist Tirol erstmals jenes Bundesland in Österreich, in welchem der höchste Anteil der Forschungsausgaben in die angewandte Forschung fließt. Davor war Tirol über viele Jahre jenes Bundesland mit dem höchsten Anteil an Grundlagenforschung. Und noch eine Bestmarke im Österreichvergleich: 42 Prozent der Tiroler Jungunternehmer und 21 Prozent der Tiroler Unternehmen bieten dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Austria Report 2014 zufolge neue Produkte oder Dienstleistungen auf Märkten mit geringer bis keiner Konkurrenz an und gelten damit bei zwei zentralen Aspekten der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation als österreichisches Vorbild.

Sie wollen mit an Bord? Dann sind die Tiroler Cluster Ihr richtiger Ansprechpartner. Die Manager der jeweiligen Cluster binden Sie schnell und unkompliziert in ihre Netzwerke ein. Denn – isoliert muss heute keiner mehr agieren. Schon gar nicht in Tirol.

 

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