Foto: Standortagentur Tirol

Grüne Projekte

Biomasse feinstaubfrei. Im Bild prüft das SynCraft-Team die Gasqualität beim Probevergaser in Schwaz: die Probeflüssigkeit ist glasklar und somit sauber.

Wachsamen Auges voran

Es wird wärmer. Auch entlang des Alpenbogens. Um 2 Grad in den nächsten 30 Jahren, meinen Experten. Tiroler Sommerfrischler freuts – denn eine neue Niederschlagsverteilung soll im Sommer zudem die Sonne noch häufiger am Himmel strahlen lassen.

Was wiederum Thema der vorausschauenden Arbeit von anderen ist. Weit früher als das alpine Ökosystem arbeiten die Tiroler nämlich schon heute an Strategien zur gewinnbringenden Nutzung klimatischer Entwicklungen. Unter anderem im alpS, dem führenden Forschungszentrum für Klimawandelanpassung in Gebirgsregionen. Über 60 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln klima- und sozioökonomische Szenarien, forschen zu Folgen, Chancen und Risiken des globalen Klimawandels für regionale und lokale Mensch-Umwelt Systeme, beraten kommunale Energieentwicklungspläne und erarbeiten marktfähige Technologien zur integrierten Nutzung der natürlichen Ressourcen auch in der Zukunft.

Beim selbstverständlichen Klimaschutz und hochkarätiger Forschung rund um Photovoltaik, Solarthermie, Biomasse & Co haben die Tiroler vor allem eines: ein wachsames Auge auf ihre geliebten Begleiter, die Wälder, die Wasser, die Bergwiesen und die Gletscher. Mit der Spezialisierung auf Klimawandelanpassung setzen sie noch einen drauf: da inspirieren sie zudem den gesellschaftlichen Wandel, fördern nachhaltige Entwicklung, reduzieren Vulnerabilitäten und nehmen neue Marktchancen wahr. So, wie man es von den Tirolern gewöhnt ist. Hier nur eine kleine Auswahl an Projekten, die das Zeug haben, die Energiewende maßgeblich zu unterstützen.

alpS: Tirol passt sich an
Im COMET K1-Forschungszentrum alpS werden Phänomene des Klimawandels in den Gebirgsräumen in den drei Areas GEO, HYDRO und BIO quantifiziert, analysiert und bewertet. Darauf aufbauend werden Frühwarnsysteme, Bewältigungsstrategien, erneuerbare Energiequellen, nachwachsende Ressourcen und Landschaftskonzepte erforscht, Lösungen, Technologien und Strategien entwickelt und angepasst genutzt.  Zahlreiche alpS-Innovationen sind in Tirol bereits im Einsatz – profitieren sollen alpine Regionen weltweit.
Mehr erfahren Sie unter: www.alp-s.at/cms/

Sinfonia: Die Smart City Innsbruck
Innsbruck und Bozen, die Landeshauptstädte von Tirol und Südtirol, werden zu smarten Städten. Bis 2018 werden technische Innovationen und Maßnahmenpakete in ausgewählten Stadtteilen den Energiebedarf um 40 bis 50 Prozent senken, den Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtbedarf um 20 Prozent steigern, den CO2-Ausstoß reduzieren und damit die Lebensqualität noch weiter steigern. Wie das geht? Mit einer hochwertigen Sanierung des Gebäudebestands, mit Wärme- und Kältenetzen, welche die Bezirke mit einem hohen Anteil an erneuerbarer Energie versorgen und intelligenten Stromnetzen, die mit den erneuerbaren Energieträgern umzugehen wissen. Dazu kommen Investitionen in Millionenhöhe, welche die Europäische Union im Rahmen des EU-Projektes Sinfonia fördert. Fünf europäische Städte von Sevilla bis Boras werden die Innsbrucker und Bozner Maßnahmen adaptieren. Und zahlreiche weiter europäische Städte haben ihr Interesse an den Ergebnissen schon bekundet.
Mehr erfahren Sie unter:  www.smartcities-sinfonia.eu

Grüne Energie aus Bioabfall
Nicht Rohstoffe, sondern Reststoffe will SynCraft-Gründer Marcel Huber zur Erzeugung von Strom und Wärme einsetzen. Gemeinsam mit der Verfahrenstechnik am Management Center Innsbruck und weiteren Tiroler Spezialisten wie Thöni Industries oder Falkner Maschinenbau arbeitet er im Rahmen des F&E-Projektes K-Regio „PowerBox²“ an der diesbezüglichen Verfeinerung der patentierten Schwebebettvergasungstechnologie, die biologische Reststoffe wie Strauchschnitt, landwirtschaftliche Abfälle, Rinde oder Altholz über ein sehr reines Gas feinstaubfrei in Energie umsetzt. Und deren Einsatz in kleinen, dezentralen Kraftwerken. Eines von diesen steht seit kurzem in Dornbirn, zwei weitere sind in Projektierung.
Mehr erfahren Sie unter: www.syncraft.at

Urban Water Footprint Projekt: dem Wasser auf der Spur
Mit dem Wachsen der Städte wird die Wasserver- und -entsorgung zunehmend zur Herausforderung. Um Städten das Wassermanagement zu erleichtern, entwickeln Wissenschaftler, darunter auch Forscher der Universität Innsbruck und des alpS, ein spezielles Tool. Damit sollen Städte ihren Wasserverbrauch beobachten können, um sich den geänderten Bedingungen anzupassen. Dazu vergleichen verschiedene Städte ihre Methoden. Das Innsbruck Water Lab fokussiert dabei auf den indirekten und virtuellen Wasserverbrauch sowie die Bewusstseinsbildung bei Schülern.
Mehr erfahren Sie unter: www.urban-wftp.eu/en/

Dünne Schicht, große Wirkung
Dünnschichtsolarzellen zeichnen sich durch Flexibilität, geringes Gewicht und hohe Stromabgabe bei diffusem Licht aus. Daher eignen sie sich ausgezeichnet für die Integration in Gebäude, Fahrzeuge und Geräte. Das Tiroler Unternehmen Sunplugged hat deswegen eine biegbare Photovoltaik-Folie entwickelt, die für eben solche Anwendungen individuell zugeschnitten werden kann. Und treibt Forschung und Anwendung in Projekten wie „Synerics“ und „Solardesign“ voran. Mit sieben österreichischen Partnern geht es im Projekt „Synerics“ zum Beispiel darum, den Wirkungsgrad von CIS-Solarzellen weiter zu steigern.
Mehr erfahren Sie unter: www.sunplugged.at

Forschungserfolg

Wasserstoff effizienter gewinnen

Wissenschaftler der Universitäten Innsbruck und Wien liefern einen wichtigen Beitrag, um die thermisch unterstützte Wasser-Elektrolyse eines Tages zur effizienten Energiespeichermethode zu machen:

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Links

Weil rund zwei Drittel der Endenergienachfrage und bis zu 70% der CO2-Emissionen in Städten entstehen, müssen Europas Städte deutlich effizienter - smart - werden. Innsbruck und Bozen demonstrieren Wege dorthin:

Motor

F&E-Partner und noch mehr spannende Projekte gesucht?

Der Cluster Erneuerbare Energien Tirol ist Drehscheibe für Kooperationen und Innovationen im Fachbereich. Alle Mitglieder hat der Kompetenzatlas Tirol:

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