Foto: Standortagentur Tirol

Grüne Ziele

Grüne Reiseziele haben in Tirol viele Gesichter. Sie verwenden Naturmaterialien, bauen energieeffizient, nützen Wasser, Sonne und Umweltwärme und: sind auf E-Bikes CO2-frei mobil.

Nachhaltig reisen

Von den grünen Plänen Tirols haben wir Ihnen im gleichnamigen Menüpunkt berichtet. Hier geht es um Ziele. Nicht um solche, die Tirol sich gesetzt hat. Sondern um jene, die Sie selbst bereisen können. Als nachhaltige Urlaubshäuser im Rahmen Ihres kommenden Tirol-Urlaubs. Oder als vordenkende Regionen, die Sie besuchen, um Best Practices zu studieren und Inspiration für Maßnahmen im eigenen Umfeld zu holen.

Schon einmal den Wunsch verspürt, beim Urlauben das Klima zu schützen? In Tirol können Sie sich hoch energieeffizient und umweltschonend verwöhnen lassen. Zum Beispiel im Familien-Landhotel Stern. Ein Gast verbraucht hier pro Nacht gerade mal 7,59 kg CO2 – im internationalen Vergleich ist das die Klima-Klasse AAA. Wollen die Gäste noch aktiv zum Klimaschutz beitragen, können diese zudem zum oder zur „Stern.BotschafterIn“ werden, die CO2-Emmissionen der An- und Abreise in ein Klimaprojekt investieren und den eigenen CO2-Fußabdruck während des gesamten Aufenthalts im Blick halten. Wussten Sie, dass eine Sonnenaufgangswanderung oder eine Skitour vor allem auch eines, nämlich energieeffizient ist? Machen übrigens hungrig, solche Aktivitäten. Frönt man also im Anschluss einem erdigen Menü aus saisonalen und regionalen Produkten.

Stichwort regional – wie wäre es denn mit einer Nacht in mitten der Tiroler Hölzer Tanne, Lärche, Zirbe, Kastanie, Apfel, Vogelbeere und Fichte? Beim Bau des Design- und Wellnesshotels Naturhotel Waldklause wählte die Familie Auer ausschließlich heimische Holzarten. Zudem ist das Holz nicht verleimt sondern unbehandelt und gedübelt. Sogar die Dämmung ist im ressourcenschonenden Niedrigenergiehaus aus Tiroler Schafwolle und alle Teppiche aus dem Ötztal. Natur pur bei der kompletten Ausstattung also – und so attraktiv umgesetzt, dass das Hotel bereits fünf Mal von GEO‐Saison zum schönsten Ökohotel Europas gekürt worden ist.

Auf den Naturstoff Holz und Nachhaltigkeit – der 700 m² große Badeteich der autofreien Anlage ist solarbeheizt – setzt auch das brandneue Gradonna Mountain Resort in Kals in Osttirol und ist dafür unter anderem mit dem Green Luxury Award 2013, dem BTV Bauherrenpreis 2013 der Zentralvereinigung der Österreichischen Architekten bzw. dem Tiroler Holzbaupreis 2015 ausgezeichnet worden. Ein besonderes Zuckerl für nachhaltige Wellnessgäste bietet auch der Stanglwirt – Traditionshaus und Bio-Hotel in Going: unter anderem versorgt das Haus die insgesamt 1500 Quadratmeter großen Wasserflächen seines Wellnessbereichs mit dem Bergwasser des Wilden Kaisers und der hauseigenen Kaiserquelle, noch viel wichtiger ist aber: es beheizt diese mit Hilfe von Wärmepumpen nachhaltig.

Die Energie der Natur nutzen und auf fossile Brennstoffe verzichten – völlig energieautark sein – nicht nur Hotels, sondern ganze Regionen machen in Tirol vor, wie es geht. Allein in Tirol sind sieben Regionen beim österreichweiten Programm der Klima- und Energiemodellregionen dabei – darunter die Gebiete um Landeck, Imst, das Wipptal, das Zillertal und das Alpbachtal sowie die Region um den Wilden Kaiser. Die größte Tiroler Klima- und Energiemodellregion ist das 2.019 km2 große Osttirol mit rund 50.000 Einwohnern. Zum Senken des grundlegenden Energiebedarfs setzt man dort auf frühe Bewusstseinsbildung und bildet sogar Schüler zu Energiemanagern aus.

Echte Vorreiter sind zudem fünf Gemeinden im Bezirk Innsbruck-Land. Volders, Trins (zu einem Interview mit Marion Amort), Mutters, Telfs und Zirl bilden das Team der sogenannten e5-Gemeinden. Sie setzen auf Photovoltaikanlagen, Kleinwasserkraftwerke, LED-Lampen für die Straßenbeleuchtung und Stromgewinnung mit Hilfe von Klärgas. So tragen sie erheblich dazu bei, dass bereits 90 Prozent der 170.000 BürgerInnen des Bezirks Innsbruck-Land in einer energieeffizienten Gemeinde wohnen.

Noch mehr grüne Reiseziele gefällig? Dann nichts wie hoch auf die Sunna Alm, ein Passivhaus auf rund 2.300 Metern im Schigebiet Rifflsee. Das Bergrestaurant dort bedient sich der Wärme von Berg und Sonne zur Fußbodenheizung. Weshalb sich auf dem Dach des glas- und holzreichen Gebäudes 50 Quadratmeter Solarpanele finden. Und unter dem Gebäude sieben Wärmesonden 120 Meter tief in den Berg hinein reichen. Denn dort, im Berginneren, ist es um fünf Grad wärmer. Und dieses Plus wird durch einen Wärmetauscher in das Heizsystem eingespeist. Oder hoch auf das Hoadl Haus, das Panoramarestaurant im Olympia-Skigebiet Axamer Lizum. Dieses ist im Niedrigenergiehausstandard errichtet, integriert eine 60 m² große thermische Solaranlage für Warmwasser und Heizung und betreibt eine Lüftungsanlage mit hohem Wärmerückgewinnungsgrad inklusive Erdrohrwärmetauscher. 

Auch die Tiroler Alpenvereinshütten haben bereits Best Practices am Start. Wie die energie-innovative Franz-Senn-Hütte der Sektion Innsbruck des Österreichischen Alpenvereins nahe Neustift im Stubaital. Mit insgesamt 170 Schlafplätzen ist sie ein zentraler Ausgangspunkt für Wanderer, Alpinisten und Skitourengeher. Gäste, die dank eines hauseigenen Kraftwerks selbst auf 2.145 Metern Seehöhe verlässlich ressourcenschonend zu Warmwasser, Licht, lecker Essen und sogar ins Internet kommen.

Sie wollen im Urlaub nachhaltig mobil sein? Auch das geht in Tirol. Zum Beispiel in der e-BikeWelt Kitzbüheler Alpen - Kaisergebirge. Dort verbinden über 1.000 km Radwege 8 Tourismusregionen und 41 Gemeinden. Das Wegenetz ist durchgängig auf über 300 E-Bikes mit 37 Verleihstationen, 79 Akkuladestationen, 44 E-Bike-Hotels und -Vermietern sowie 7 Service-Points entlang der Strecke befahrbar.

Ansprüche an Urlaub und Freizeit müssen in Tirol also nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Stattdessen sorgt die Natur selbst gemeinsam mit modernsten Technologien und Konzepten für das gute Gefühl, auf nachhaltigen Pfaden zu wandeln. Begeben Sie sich also auf grünen Wegen zu grünen Reisezielen und entdecken Sie nachhaltigen Hochgenuss in mitten der Tiroler Berge. So gestalten Sie noch dazu die Zukunft mit. Denn durch Ihren Besuch sorgen Sie dafür, dass sich das ökologische Angebot durchsetzt und möglichst viele Nachahmer findet. Nur so können alte Systeme abgelöst und neue Wege gefestigt werden.

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