Foto: Tiroler Landestheater/Rupert Larl

Kultur

Aus dem aktuellen Tanzabend "Strawinsky. 3D" am Tiroler Landestheater: FEUERVOGEL Albert Nikolli (Der gute Mann) + Ensemble in einer Inszenierung von Pierre Wyss.

Keine Berge. Trotzdem Tirol.

Ob Genießen beim Jazz-Konzert, Abrocken beim Festival, Lachen beim Kabarett oder tiefes Fühlen angesichts dramatischer Opern – nichts davon hat mit alpinem Gelände zu tun und doch gehört all das zu Tirol.

Mit dem Claim „Keine Berge trotzdem Tirol“ drückt das ähnlich bereits eine Kampagne der Tirol Werbung aus, die das Tiroler Kulturleben in all seinen Facetten auf einer eigenen Website bündelt. Zentrale Pole inmitten des Angebots sind und bleiben dabei das Tiroler Landestheater und Symphonieorchester Innsbruck – wo große Opern, Theater-Inszenierungen, Symphoniekonzerte und Tanztheater-Aufführungen zu Hause sind – sowie unzählige Festspiele und Konzerte landauf und landab.

Am Tiroler Landestheater, das über 400 Mitarbeiter beschäftigt, werden pro Spielzeit rund 450 Vorstellungen gegeben. Das Haus steht zum Zeitpunkt unter der Intendanz von Johannes Reitmeier, das Symphonieorchester unter Leitung von Chefdirigent Francesco Angelico, der für die kommenden drei Spielzeiten unter anderem die Aufführung sämtlicher Beethoven-Symphonien beschlossen hat. Große Erfolge sicherte sich das Tiroler Landestheater unter anderem mit der Aufführung der Oper „Mara“ des Tiroler Komponisten Josef Netzer, der Ballettproduktion „Frida Kahlo“ unter Leitung von Tanztheaterchef Enrique Gasa Valga, die mit dem ersten österreichischen Musiktheaterpreis, dem Goldenen Schikaneder, ausgezeichnet worden ist, sowie mit der mit dem Stella-Award 2013 ausgezeichneten Landestheater-Produktion „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ mit Sergej Gößner. Standing Ovation gab es auch nach der letztjährigen Premiere zum Tanzstück „Dante.Inferno“ von Gasa Valga, umgesetzt als popkulturelle Reise durch ein Stück Weltliteratur.

Klingende Namen unter den Festspielen sind die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, die Renaissance- und Barockmusik bereits seit 1976 alljährlich aufleben lassen, die Ambraser Schlosskonzerte, das Schwazer Festival Klangspuren, das Osterfestival Tirol, der Innsbrucker Tanzsommer oder die Innsbrucker Promenadenkonzerte im Innenhof der Innsbrucker Hofburg, das Festival LegeArtis Lech, das New Orleans Festival oder die Swarovski-Produktion „Musik im Riesen“. Und selbstverständlich auch die Tiroler Festspiele Erl Sommer und – seit Eröffnung des Winterspielhauses im Jahr 2012 – auch Winter. Letztere stehen unter Intendanz des Festspiele Erl-Gründers und österreichischen Dirigenten und Regisseurs Gustav Kuhn. Er begeistert in der kleinen Gemeinde, die als Passionsspielort Bekanntheit erlangt hat und von München aus in gerade mal 50 Fahrminuten erreicht ist, mit großen Musikdramen von Richard Wagner, Opern von Strauss, Mozart, Beethoven und Rossini oder den Symphonien Beethovens. Höhepunkt der Wintersaison Erl ist immer die Konzertreihe um den Jahreswechsel – von 2015 auf 2016 steht auch die Wiederaufnahme von Verdis „Nabucco“ mit einem Gefangenenchor in der Interpretation der Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl auf dem Programm.

In Erl fügt sich das junge Winterspielhaus der Festspiele Erl, entworfen vom Wiener Büro Delugan Meissl Architekten, harmonisch in die Wiesen und umgebenden Berge ein. Am über 170 km entfernten Rettenbachferner des Ötztaler Gletschers ist es der Berg selbst, der zur Bühne eines großen Freilufttheaters wird. Und zwar beim Gletscherschauspiel Hannibal, einer Live-Performance von über 500 Teilnehmern in über 3.000 Metern Seehöhe, das die Alpenüberquerung des karthagischen Feldherrn Hannibals aus dem Jahr 218 v. Chr. seit dem Premierenjahr 2001 alljährlich zeitgenössisch inszeniert.

Tiroler leben und lieben das Zusammenspiel von Heimatverbundenheit und weltoffenem Geist. Vor allem und gerade dann, wenn es um ein für die Tiroler so zentrales Thema wie Musik geht: 300 Blasmusikkapellen mit einer weltweit kaum vergleichbaren Blasmusiktradition, international erfolgreiche Jazz-Musiker wie der Trompeter Franz Hackl, die Windkraft – Kapelle für Neue Musik, das Tiroler Kammerorchester InnStrumenti, die Tiroler Barocktage oder Paul Schweinester, ein Tiroler Tenor auf dem Sprung zu einer Weltkarriere: sie alle sind Tiroler Kultur. Und die Tiroler Musikkultur bekommt bis 2018 ein neues Zuhause. Bis dahin wird nämlich das Innsbrucker Haus der Musik fertiggestellt. Und wird alle wesentlichen musikalischen Ausbildungsstätten der Landeshauptstadt – das sind die Universität Mozarteum, das Tiroler Landeskonservatorium, die Kammerspiele und das Institut für Musikwissenschaften – sowie die Veranstaltungs-, Probe-, Unterrichts- und Bibliotheksräume für das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, die Kammerspiele, die Festwochen der Alten Musik  und die Musikverbände des Landes an einem Standort zusammenführen.

Das neue Musikzentrum mit mehr als 13.000 m² Nutzfläche wird an bester Adresse neben dem Tiroler Landestheater stehen. Mit imposantem Ausblick auf die Innsbrucker Nordkette. Dennn mag die Tiroler Kultur in der Regel auch ohne die Berge des Landes wirken – beflügelt wird sie von ihnen allemal.

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