Foto: Standortagentur Tirol

Traditionen

Tiroler sind stolz auf Ihre Identität und Kultur. Hier spielt eine Blasmusikkapelle beim Kirchtag im Freiluftmuseum "Tiroler Höfemuseum Kramsach" auf.

Beständig wie die Jahreszeiten

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – mit den Jahreszeiten kehren auch die vielen Brauchtümer und Traditionen in Tirol immer wieder – Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte überdauernd.

Auch heute gibt es nach wie vor insgesamt 100 Trachtenvereine in Tirol, davon haben 46 Vereine Jugendgruppen, in denen rund 1.000 Kinder und Jugendliche das Platteln sowie Tiroler Volkstänze lernen. Tiroler sind stolz auf ihre Identität und Kultur. Warum? Das lässt sich am besten an Hand der Traditionen selbst herausfinden.

Das traditionsreiche Jahr beginnt im Frühling mit dem Fasching und der Fasnacht. Letztere wird von Region zu Region unterschiedlich gefeiert. Das Ziel war ursprünglich dasselbe: Der kalte und mühsame Winter sollte mit lauten Geräuschen und Kostümen vertrieben werden. Dazu werden aufwendige Masken angefertigt, aufgesetzt und getanzt oder mit langen Peitschen geschnalzt. Für den Schutz vor widrigen Wetterbedingungen sowie andere Anliegen der Menschen sollen auch die Gebete bei den Prozessionen sorgen, die in der Osterzeit stattfinden. Auch Passionsspiele starten im Mai. Die bekanntesten in Erl finden seit 400 Jahren statt und werden in neuerer Zeit alle sechs Jahre durchgeführt. Mit 600 Laiendarstellern ist dabei immer das „halbe Dorf“ auf der Bühne vertreten und führt das Leben und Leiden Jesu Christi auf. In Erl finden die nächsten Passionsspiele in 2019 statt, in Thiersee wird die Passion heuer an 25 Spielterminen zwischen Juni und Oktober dargestellt. 

Im Sommer, genauer am 21. Juni, werden in Tirol auf den Bergkämmen und Gipfeln Feuer zur Sonnenwende gezündet. Die Lichter sind zu Ehren des Herz-Jesu-Schwurs, der im Jahr 1796 zur Stärkung der Tiroler Einheit im Kampf gegen die napoleonischen Truppen gesprochen wurde. Gegen Ende des Sommers, im September, finden die Almabtriebe statt. Dabei wandern die Senner und Sennerinnen mit ihren Tieren von der Alm zurück ins Tal. Als Dank dafür, dass alle Tiere unfallfrei und ohne Verletzung geblieben sind, werden die Rinder geschmückt. Ist ein Tier oder ein Familienangehöriger hingegen verstorben, tragen sie schwarze Fahnen.

Die nächste Tradition im Herbst ist nicht weit, sie findet bereits im Oktober statt – das Erntedankfest – ein Brauchtum, der in Tirol wie viele andere aus dem Katholizismus entstanden ist. Dabei danken die Bauern für die ertragreiche Ernte. Als Symbol dafür flechten sie aus Buchs, Getreide und Blumen eine Erntedankkrone. Diese tragen die Bauern nach einem Gottesdienst bei einer Prozession durch den Ort.

In der Adventszeit im Winter kommt nicht nur der Nikolaus, sondern sind auch Perchten unterwegs, die bei sogenannten Krampusumzügen ihre Kostüme zeigen. Mit ihren gruseligen aus Holz geschnitzten Masken sollen sie die unartigen Kinder bestrafen. Die braven Kinder hingegen beschenkt der Nikolaus. Geschenke finden Besucher vor allem bei den zahlreichen Christkindlmärkten, zum Beispiel vor dem Innsbrucker Goldenen Dachl oder außerhalb des urbanen Trubels bei verschiedenen Bergadventen.

Ob Halli Galli beim Fasnacht feiern, Melancholie beim Sonnenwend-Feuer, tiefe Dankbarkeit im bunten Herbst, Besinnlichkeit und Gemütlichkeit bei Christkindlmärkten – Tiroler Traditionen sind vielfältig und sinnig. Durch ihre Beständigkeit wissen auch die heute jungen Tiroler um ihre Wurzeln und Identität – eine solide Basis für Innovationen und neue Wege.

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Auf den Spuren von Grasausläuten, Herz-Jesu-Feuern, Almabtrieb, Anklöpfeln & Co durchs ganze Jahr:

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Blumen, Glocken und Schellriemen tragen die Kühe, wenn sie gesund von den sommerlichen Tagen auf den Almen heimkehren:

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Von www.placestoseeinyourlifetime.com als schönster Christkindlmarkt Europas ausgezeichnet:

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